Hundekrankheiten

Klimakiller Hund – CO2-Ausstoß überrascht Forscher:innen

Aktualisiert: 25.10.2021 – 22:07

Schlechte Ökobilanz
Forschende sagen: Hunde sind richtige Klimakiller

Foto: Imago/Shotshop

Sie sind die ältesten Haustiere und der beste Freund des Menschen. Nun haben Forscher:innen herausgefunden, dass unsere geliebten Vierbeiner einen schlechten ökologischen Pfotenabdruck aufweisen.

Flugreisen, Fleischkonsum & Kohle sind stets bekannte Klimakiller. Aber hätten Sie gedacht, dass Hunde schlecht für die Umwelt sind? Genau das haben nun Forscher:innen herausgefunden.

Hunde sind seit Ewigkeiten der beste Freund des Menschen. Doch unsere geliebten Vierbeiner haben auch eine Kehrseite – sie belasten unsere Umwelt. Wie Forscher:innen herausfanden, ist der Hund ein wahrer Klimakiller.

Klimakiller Hund: So groß ist der CO2-Pfotenabdruck

Eine Studie der TU Berlin hat ergeben, dass der CO2-Fußabdruck eines gesamten Hundes größer ist als bislang gedacht. Als Grundlage der Berechnung diente ein 15 Kilogramm schwerer Hund, der 13 Jahre lang lebt. Dabei berücksichtigten sie alles, „was Herstellung, Verpackung und Transport von Futter die Umwelt kostet, aber auch das, was dann hinten rauskommt.“ Hieraus errechneten die Forscher:innen den Verbrauch an Futter und die Menge der Exkremente. Das Ergebnis der Studie verwunderte sogar das Forscherteam. Denn im Laufe seines gesamten Lebens scheidet ein Hund rund eine Tonne Kot und unglaubliche 2.000 Liter Urin aus, der allesamt in die Umwelt gelangt.

Foto: Imago/Westend61

Unsere geliebten Vierbeiner verursachen leider keinen guten „ökologischen Pfotenabdruck“. Mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von 8,2 Tonnen sind sie sogar wahre Klimakiller.

Doch das war noch längst nicht alles! Laut der Studie ist der fiktive Versuchshund zudem jährlich für sage und schreibe 8,2 Tonnen CO2 verantwortlich. Auf das gesamte Hundeleben gerechnet, sind das 630 Kilogramm. Eine unglaubliche Menge, die sich ein Mensch kaum vorstellen kann. Zum Vergleich: „Das entspricht etwa 13 Hin- und Rückflügen von Berlin nach Barcelona oder fast der Menge, die bei der Produktion eines Luxusautos der Mittelklasse emittiert wird“, so der Forschungsleiter Matthias Finkbeiner.

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Klingt auf den ersten Blick ziemlich umweltunfreundlich. Darüber hinaus berechneten die Forscher:innen, dass ein Drittel des persönlichen CO2-Budgets eines Menschen pro Jahr für die Haltung eines mittelgroßen Hundes draufgehe.

Tierfutter ist mitverantwortlich für den hohen CO2-Ausstoß

Insbesondere das Hundefutter schlägt mit unglaublichen 90 Prozent der Umweltbelastung zur Buche, so die Studie. Denn in den meisten Fällen stammt das Fleisch des Tierfutters aus der Massentierhaltung: „Das Fleisch für die Hundefutterproduktion kommt wohl weder vom Biohof in der Uckermark noch von den bayerischen Almwiesen. Es stammt aus der Massentierhaltung mit den bekannten sozialen und ökologischen Auswirkungen“.

Dabei wissen wir längst – die konventionelle Fleischproduktion gehört zu den größten Klimabelastungen. Denn einerseits stoßen Rinder das umweltschädigende Methan aus, andererseits tragen die der massive Einsatz von Düngemitteln, die Abholzung des Regenwaldes für den Soja-Anbau und das Trockenlegen von Feuchtgebieten zum Klimawandel bei.

Hundekot als Klimakiller

Doch nicht nur das Tierfutter ist für die schlechte Ökobilanz von Hunden verantwortlich, sondern auch das tägliche Geschäft unserer Vierbeiner belastet unsere Umwelt. So hinterlassen die zehn Millionen Hunde, die in Deutschland leben, täglich 20 Millionen Kot-Haufen. Ein riesiger Berg, den Hundehalter:innen keinesfalls auf dem Gehweg, im Park oder auf Feldern liegen lassen sollten.

Denn was viele nicht wissen: Hundekot ist nicht etwa Dünger. Ganz im Gegenteil! Da er Phosphor, Stickstoff und Schwermetalle enthält, ist er sogar Gift für unsere Umwelt. Reichern sich diese Stoffe beispielsweise in Seen an, so stellt sich mit der Zeit eine Eutrophierung (Überdüngung) ein – mit fatalen Folgen. So beginnt der See an zu faulen und das Wasser entwickelt sich zu einer braunen Brühe, die stinkt und Fische sterben lässt. Im schlimmsten Fall ist im See kein Leben mehr möglich.

Foto: Imago/robertkalb photographien

Kot und Urin gehören zu den Klimasünden des Hundes, denn die Ausscheidungen, die direkt in die Umwelt gelangen, belasten die heimischen Gewässer schwer.

Dieses Problem ließe sich dabei ganz einfach eindämmen, wenn die Hinterlassenschaften der Vierbeiner einfach eingesammelt und im Müll entsorgt werden würden. Doch viele Hundehalter:innen lassen diese immer noch liegen. Spricht man sie darauf haben, bringen sie oftmals das Argument hervor, dass Hundekotbeutel eine erhebliche Menge an Plastik produzieren.

Doch im Anbetracht der erheblichen Umweltbelastung des Hundekots ist die Meinung der Forscher:innen eindeutig: „Die zusätzliche Umweltbelastung, die durch die Herstellung des Plastiksäckchens für den Kot entsteht, ist deutlich geringer als der Schaden, der entsteht, wenn der Kot direkt in die Umwelt eingetragen wird.“

5 Tipps für ein nachhaltiges Leben mit Hund

  1. Sammeln Sie die Hinterlassenschaften Ihres Hundes ein. Gebrauchtes Verpackungsmaterial wie zum Beispiel Obst- und Brötchentüten können vor dem Wegwerfen als Hundekottüte verwenden werden. Dabei gehören Hundekotbeutel immer in den Restmüll.
  2. Hundefutter möglichst in größeren Säcken kaufen. Denn je größer der Sack ist, desto mehr Verpackungsmaterial sparen Sie. Doch es geht noch besser! Sie können das Lieblingsfutter Ihres Hundes zudem auch super einfach selbst kochen. Auch Leckerlis können im Ofen in Windeseile selbst gebacken werden.
  3. Falls Sie jedoch mal auf das Hundefutter aus der Tierhandlung zurückgreifen müssen, achten Sie beim Kauf auf nachhaltiges Futter, am besten in Bioqualität. Denn die biologische Fleischproduktion spart ein Viertel der Treibhausgasemissionen. Ein Hund muss überdies – anders als eine Katze – nicht rein mit fleischiger Nahrung ernährt werden. Hier sollten Sie sich aber vorher immer gut darüber informieren, was Hunde essen dürfen und was nicht – und wie Sie den Nährstoffbedarf Ihrer Fellnase decken.
  4. Hunde lieben Spielzeuge! Warum greifen Sie nicht einfach zu Altstoffen und basteln das nächste Hundespielzeug einfach selbst? Falls Sie Ihren Vierbeiner lieber mit einem gekauften Spielzeug überraschen möchten, achten Sie unbedingt auf die Hochwertigkeit. Denn so hält es möglichst lange. Auch Näpfe, Leinen und Hundekörbchen gibt es mittlerweile aus nachhaltigen Materialien. Beim Kauf können Sie zusätzlich darauf achten, dass die Produkte in Deutschland produziert wurden. Denn so fallen lange Transportwege weg und der ökologische Fußabdruck bleibt möglichst gering. Zudem hilft es der heimischen Wirtschaft.
  5. Falls Sie überlegen, sich einen Hund anzuschaffen, könnte die Umweltbilanz bei der Auswahl ein weiteres Argument sein. So hinterlassen kleinere Hunderassen auch einen kleineren CO2-Pfotenabdruck.

Mit ein bisschen Planung und Überlegung ist der Hund also zumindest gar kein so großer Klimakiller mehr. Entsprechend können wir sagen: Wir finden alle Hunderassen großartig. Sie sind sich noch nicht sicher, welche Hunderasse für Sie infrage kommt? Dann schauen Sie sich unbedingt dieses Video an:

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Bei manchen Menschen darf der Hund ins Bett, bei anderen ist das ein absolutes Tabu. Hund im Bett? Wie Martin Rütter dazu steht, was andere sagen, lesen Sie hier.

Noch viel mehr Wissenswertes rund um Haustiere haben wir für Sie auf unserer Themenseite zusammengetragen. Dort erfahren Sie zum Beispiel, was Hundefutter ausmacht und warum gutes Trockenfutter auch preiswert sein darf. Sie möchten die letzten Lebensjahre Ihres Hundes gesund und munter genießen? Wir erklären Ihnen, welche häufigen Hundekrankheiten es im Alter gibt und wie man sie früh erkennen kann.

Quellen: tagesspiegel.de; agrarheute.com, diehundezeitung.com und eigene Recherchen

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